Was darf der Chef, was darf er nicht?

von am 19/03/14 um 12:36 pm

Der Artikel klärt was ein Chef darf und was nicht. Ärger im Job oder gar mit dem Chef wird für die meisten Angestellten zu einer psychischen Belastungsprobe. Auch bei Abmahnung und drohender Kündigung sind viele Angestellten oft ratlos und geben lieber klein bei als sich lautstark zu wehren. Das gleiche gilt in den meisten Fällen auch für Überstunden. Die Angst, den Job zu verlieren, überwiegt in den meisten Fällen. Dabei sollten Arbeitnehmer stattdessen öfter mal an sich denken, denn auch Vorgesetzte müssen sich an Regeln halten und können nicht einfach agieren, wie sie möchten.

Überstunden: Welche Regeln sind zu beachten?

Überstunden sind mittlerweile in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Überstunden liegen immer dann vor, wenn der Arbeitnehmer mehr Stunden arbeitet, als im Arbeitsvertrag vorgesehen ist. Generell verpflichtet sich der Arbeitnehmer nicht, Überstunden zu leisten, wenn dies nicht vertraglich vereinbart wurde. Sind jedoch im Tarifvertrag, einer Regelung im Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung Überstunden festgelegt, kann der Chef diese auch anordnen. Die geleisteten Überstunden sind jedoch nur dann finanziell zu vergüten, wenn diese offiziell angeordnet wurden. In diesem Fall geht die Rechtsprechung davon aus, dass ein Angestellter mutwillig Überstunden leisten kann, um sein Gehalt zu erhöhen. Auch auf Zuschlagszahlungen hat der Arbeitnehmer nur Anspruch, wenn diese vertraglich geregelt wurden.

Abmahnung: schriftlich und mündlich gültig

Abmahnungen können nur ausgesprochen werden, wenn Vertragsverstöße vorliegen. Ein Vertragsverstoß liegt dann vor, wenn sich der Arbeitnehmer nicht an die vertraglich vereinbarten Absprachen beziehungsweise Regelungen hält. Die Abmahnung muss auch nicht zwangsläufig schriftlich erteilt werden, auch mündlich ausgesprochene Abmahnungen haben ihre Gültigkeit. Bei Erhalten einer Abmahnung, deren Grund fragwürdig erscheint, sollte ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht konsultiert werden.

Kündigungen: Dies gibt es zu beachten

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung setzt die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist voraus. Darüber hinaus muss ein Grund für die Kündigung angegeben werden. Diese können personenbedingt, verhaltensbedingt oder betriebsbedingt sein. Bevor eine ordentliche Kündigung ausgesprochen werden kann, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, dem Arbeitnehmer eine Abmahnung zu erteilen. Das gleiche gilt für außerordentliche Kündigungen: Auch hier muss vorher abgemahnt werden. Ein außerordentlicher Kündigungsgrund liegt dann vor, wenn der Arbeitnehmer einen fahrlässigen oder vorsätzlichen Pflichtverstoß begangen hat, wie beispielsweise Diebstahl oder schwere Beleidigung. Dann muss die Kündigungsfrist nicht oder zumindest nicht vollständig eingehalten werden.

Nur wer seine Rechte kennt, kann sich wehren

Auch als Arbeitnehmer muss man sich nicht alles gefallen lassen. Grundsätzlich ist wichtig, seine Rechte zu kennen beziehungsweise sich entsprechend zu informieren. Wer sich bei der Aussprache einer Abmahnung oder Kündigung unsicher ist, sollte sich rechtlichen Beistand suchen.


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