Rechte und Pflichten bei Ver- und Überschuldung

von am 13/07/14 um 7:22 pm

Artikelgebend sind Rechte und Pflichten bei Ver- oder Überschuldung. Mehr als sechs Millionen Bundesbürger können aktuell ihre Schulden nicht bezahlen. Die Zahlungsmoral ist mies. Trotzdem sind die Schuldner gegenüber ihren Gläubigern verpflichtet, ihre Schulden zu bezahlen. Wenn die Schuldner ihren Verpflichtungen nicht rechtzeitig nachkommen, dann kann der Gläubiger zur Durchsetzung seiner Ansprüche rechtliche Maßnahmen ergreifen.


Welche Schritte kann ein Gläubiger tun?

Zuerst einmal wird er den Schuldner mit hoher Wahrscheinlichkeit schriftlich mahnen. Schuldner sind gut beraten, auf berechtigte Mahnungen der Gläubiger rechtzeitig zu reagieren. Denn die weiteren Schritte der Gläubiger können sehr teuer werden. Allein ab dem Zeitpunkt des Zahlungsverzugs ist der Gläubiger berechtigt, für säumige Forderungen Verzugszinsen zu berechnen. Grundlage ist hierfür der amtlich festgesetzte Basiszinssatz. Dieser beträgt seit Januar 2012 0,12 Prozent. Bei Verbraucherschulden können ohne Weiteres fünf Prozent Verzugszinsen über dem Basiszinssatz verlangt werden. Im gewerblichen Bereich liegt der Zinssatz sogar noch höher. Bleiben die außergerichtlichen schriftlichen Mahnungen ohne Erfolg, dann kann der Gläubiger Inkassobüros mit der Beitreibung beauftragen.

Die weiteren Schritte

Inkassobüros verlangen vom Schuldner für ihre Dienstleistung Gebühren. Bei der Höhe orientieren sich die meisten seriösen Inkassobüros nach den Gebühren für außergerichtliche Tätigkeiten der Anwälte. Sie liegen in der Regel bei 10 bis 15 Prozent vom Forderungsbetrag je nach Höhe der Forderung. Reagiert der Schuldner wieder nicht, dann kann der Gläubiger den gerichtlichen Mahnbescheid beantragen. Spätestens jetzt sollte der Schuldner aufwachen. Wenn die Forderungen des Gläubigers unberechtigt sind, sollte schleunigst Widerspruch gegen den Mahnbescheid eingelegt werden. Geschieht das nicht, und der darauf folgende Vollstreckungsbescheid wird rechtskräftig, dann ist jeder Widerspruch des Schuldners zwecklos. Der Gläubiger hat das Recht, den Vollstreckungsbescheid 30 Jahre lang zu vollstrecken. Der nächste Schritt ist dann der Gerichtsvollzieher, der mit der Zwangsvollstreckung beauftragt wird. All diese Maßnahmen des Gläubigers kosten den Schuldner zusätzlich Geld. Wenn der Schuldner bei vielen Gläubigern Schulden hat, dann kann die Privatinsolvenz der Weg sein, um die Schulden dauerhaft wieder los zu werden.

Raus aus den Schulden

In jedem Fall ist bei einer berechtigten Mahnung eines Gläubigers wichtig, sofort zu reagieren. Eine gütliche Einigung mit dem Gläubiger ist immer noch der beste und preiswerteste Weg für den Schuldner. Wenn sich aufgrund der Überschuldung gar keine andere Möglichkeit bietet, dann kann eine Privatinsolvenz aus den Schulden führen. Ein professioneller Schuldnerberater kann hier wertvolle Dienste leisten, mehr dazu erfahren Sie hier.


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