Die Geschichte der Gesetze – von der Antike zur Moderne

von am 24/10/11 um 8:33 am

GesetzeEtymologisch bezieht sich das Gesetz auf etwas “Gesetztes”, es handelt sich also um eine Festlegung von Regeln. Eine solche gab es schon in der Frühzeit menschlichen Zusammenlebens. Die Gesetze unterliegen seitdem einem kontinuierlichen Wandel, der bis in die Moderne anhält. Die Festlegung auf Gesetze im Zuge des Rechtsprechungsprozesses hat sich seit den Ursprüngen bis in die Moderne auf vielfältige Weise gewandelt.

Recht und Gesetz bereits in der Antike

Gesetze als allgemein verbindliche Rechtsnormen bestehen nachweislich schon seit der Antike. So ist beispielsweise der Codex Hammurapi, eine der ältesten Gesetzessammlungen der Menschheitsgeschichte, erlassen vom babylonischen König Hammurapis im 18. Jahrhundert vor Christi, heute restauriert in Form eines 2,25m hohen schwarzen Basaltsteins im Louvre in Paris zu bestaunen. Hammurapi setzte sich zum Ziel, den sozial Schwachen und Entrechteten durch eine gewisse Rechtssicherheit gegen willkürliche Gewalt zur Seite zu stehen. Das antike Rom kannte gesetztes Recht schon in weit größerem Umfang. Ein Beispiel hierfür ist das um 450 vor Christus erlassene Zwölftafelgesetz, das in zwölf hölzernen Tafeln auf dem Forum Romanum, dem Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen und religiösen Lebens des antiken Roms, ausgestellt war. Das Zwölftafelgesetz stellte den Höhepunkt der schweren, gesellschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen Patriziern und Plebejern der Römischen Republik dar. Es enthielt neben den Regelungen, die das Zusammenleben dieser beiden frühen “Parteien” regelte, auch Statute der Prozessordnung sowie des Ausländer-, Nachbarschafts-, Verkehrs- und Deliktrechts. Noch ausgenommen war die politische Ordnung des Gemeinwesens, sprich: Das Verfassungsrecht. Heute ist das Zwölftafelgesetz lediglich noch anhand von Zitaten antiker Denker, unter anderen Cicero, zu rekonstruieren.

Naturrecht und Naturgesetz im Mittelalter

Einige wichtige Unterscheidung in der Entwicklung der Gesetze führte der hl. Thomas von Aquin in Anlehnung an Cicero ein: Er grenzte das durch die Natur gestiftete Naturgesetz von durch Menschen geschaffenen positiven Gesetzen ab. Dem Naturrecht kommt bei diesem einflussreichsten aller mittelalterlichen Philosophen eine überragende Stellung zu: Das ungeschriebene, unfehlbare, natürliche Gesetz gewinnt seine Autorität aufgrund seines göttlichen Ursprungs. Aufgabe des Menschen ist es, dieses natürliche Gesetz mithilfe der Vernunft zu erkennen und ihre eigenen gesetzten Gesetze in Einklang mit dem natürlichen Gesetz zu erlassen. Thomas’ Gesetzestheorie hatte einen großen Einfluss auf die mittelalterlichen Gesetzestexte im gesamten christlichen Europa. Die Gesetze enthielten nun auch umfassende Bestimmungen zur Verfassungslehre und regelten insbesondere die Einhaltung der religiösen Vorschriften, die das Neue Testament einführte.

Konkretisierung in Neuzeit und Moderne

Die Aufklärung und zunehmende Säkularisierung in Neuzeit und Moderne führten einerseits teilweise zu Veränderungen in der Legitimation des Gesetzes. So dient die Heilige Schrift heute nur noch selten als Quelle für Gesetze in modernen Staaten. Die generelle Unterscheidung von natürlichem und positivem Recht bleibt jedoch auch heute noch eine wesentliche und vieldiskutierte. Das Grundgesetz wird der formulierten Ewigkeit des natürlichen Rechts auf zweifache Weise gerecht: Einerseits schützt es die Würde des Menschen in seinem berühmten ersten Artikel. Andererseits formuliert es eine Ewigkeitsklausel: Einige als natürlich angenommenen Rechtsvorschriften, unter anderen die erwähnte Unantastbarkeit der menschlichen Würde, sind unabhängig von möglichen Mehrheitsverhältnissen in den Gesetzgebungsorganen ohne Verfassungsbruch nicht antastbar.

Foto: Ina Schoenrock – Fotolia.deSimilar Posts:

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