Die gesetzliche Lage zur Erwerbsminderungsrente

von am 10/02/14 um 5:22 pm

senior mit brilleFür alle nach dem 1. Januar 1961 Geborenen gelten bei dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen die Regelungen zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. Die ursprüngliche Rente wegen Berufsunfähigkeit im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung wurde zu diesem Stichtag abgeschafft. Die Zugangsvoraussetzungen und Leistungshöhen haben sich deutlich verändert.

Wann haben Sie Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente?

Treten vor Eintritt der Regelaltersgrenze gravierende gesundheitliche Probleme auf, die die Arbeitsfähigkeit nachhaltig beeinträchtigen, prüft die Deutsche Rentenversicherung zunächst die Therapie- und Reha-Möglichkeiten. Sind keine deutlichen Verbesserungen zu erwarten oder erreicht worden, entscheidet die grundsätzliche Arbeitsfähigkeit, die sich auf den allgemeinen Arbeitsmarkt bezieht. Können Sie nach wie vor mindestens sechs Stunden am Tag einer Tätigkeit in einem beliebigen Beruf nachgehen, haben Sie keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Reicht die Arbeitsfähigkeit für ein Pensum zwischen drei und sechs Stunden täglich, wird die halbe und bei einer Arbeitsfähigkeit von weniger als drei Stunden pro Tag Erwerbsminderungsrente von der Deutschen Rentenversicherung. Ausschlaggebend sind die Ergebnisse der ärztlichen Untersuchungen, zu denen auch ein Gutachten angefordert werden kann.

Welche versicherungsrechtlichen Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?

Grundsätzlich gilt eine Wartezeit von fünf Jahren, wobei innerhalb der letzten fünf Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre lang Pflichtbeiträge gezahlt worden sein müssen. Fallen in diesen Zeitraum beitragsfreie Zeiten, zum Beispiel wegen Schwangerschaft oder Arbeitsunfähigkeit, wird der Fünfjahreszeitraum entsprechend erweitert. In Ausnahmefällen, beispielsweise bei Arbeitsunfällen oder Wehrdienstbeschädigungen, reichen bereits kürzere Versicherungszeiten aus. Auch für Berufseinsteiger gelten bessere Regelungen, da sie naturgemäß noch keine Wartezeiten erfüllt haben können. Allerdings bemisst sich die Höhe der Erwerbsminderungsrente an den bereits erworbenen Rentenansprüchen, eine private Absicherung ist also dringend anzuraten. Diese kann sofort den notwendigen Versicherungsschutz übernehmen und stellt auf den ausgeübten Beruf ab. Die Verweisung auf andere Tätigkeiten kann für die private Absicherung gegen die finanziellen Folgen der Berufsunfähigkeit ausgeschlossen werden. Weitere Infos erhalten Sie hier.

Gesetzliche Erwerbsminderungsrente – erhebliche Versorgungslücken

Die Notwendigkeit einer privaten Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit ergibt sich schon aus den Leistungsvoraussetzungen und -höhen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. Zum einen kann jederzeit auf den allgemeinen Arbeitsmarkt verwiesen werden, wenn Ihre Arbeitsfähigkeit für mindestens drei Stunden täglich ausreicht. Zum anderen müssen Wartezeiten erfüllt und Rentenansprüche erworben werden.

Bild: bilderstoeckchen – Fotolia

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